Gedanken zum Sonntag Kantate

Gottesdienst in Coronazeiten
Grafik: Plaßmann

Nein, herrlich ist was anderes. Herrlich ist es, wenn ich unbeschwert singen kann und innerlich und äußerlich sichtbar jubeln kann.
Aber der Jubel bleibt uns im Halse stecken. Gottesdienst ohne zu singen – wo gibt’s denn so was!? Gottesdienst in einer Gemeinschaft, in der alle auf Abstand gehen – das ist doch nicht herrlich, das ist einfach nur schrecklich. Herrlich ist es, wenn wir singen „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, damit Gott einziehen kann. Herrlich, wenn der ganze Raum von Musik erfüllt ist.

Die ganze Gemeinde Israels versammelte sich, um die Lade mit den zwei Tafeln, auf denen die Gebote Gottes stehen, in das Allerheiligste zu bringen. Sie erwarteten, dass Gottes Herrlichkeit einzieht. Unsere Chöre haben diese Gottesdienste geplant und geprobt und darauf gewartet, dass sie der Herrlichkeit Gottes ihre Loblieder singen können. Und? Wo ist die Herrlichkeit, heute?
Die Herrlichkeit Gottes – kavod – ein hebräisches Wort, das auch mit Glanz oder Gewicht übersetzt werden kann. Welches Gewicht hat Gott in diesen Tagen? Ich habe das Gefühl, das größte Gewicht haben im Moment die Virologen und die, die die Kontaktregeln festlegen.
Wir aber sind heute hier, weil wir Gott Gewicht geben. Wir lassen uns das nicht nehmen. Wir feiern Kantate, trotz alledem. Gottes Herrlichkeit soll die ganze Kirche erfüllen und uns hinaustragen in die Welt, die es uns im Moment so schwer macht. Gottes Gewicht ist es, das unser Leben bestimmt und uns Hoffnung gibt, gerade in schweren Zeiten. Wer Gott Gewicht gibt, trägt Güte und Barmherzigkeit in die Welt: mit Worten, Gesten und Liedern. Unser Zusammenkommen gibt Gott Gewicht und Raum, dass er uns und die Welt erfülle. Gottes Kraft und Herrlichkeit zeigt sich in einer Wolke, damals in der Tempelweihe in Jerusalem, heute in der Musik, die den Raum erfüllt und im Segen, der uns alle umhüllt.

Gottes Herrlichkeit zieht ein, und das Leben wird leicht – gebt Gott die Ehre! Denn Gottes Gewicht ist größer als alle Mächte dieser Welt. 
In diesem Sinne seien Sie herrlich gegrüßt, Pfarrerin Antje Hinze

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