Ostern fällt nicht aus!

das schiefe Kreuz
Grafik: Badel

Und sie sprechen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

Bevor die Sonne aufgeht, da würden wir am Ostersonntag früh gern in der Kirche sitzen und auch später dann, wenn sie schon hoch am Himmel steht. Selbst herausgeputzt in bester Sonntagskleidung und wohlriechend. Aber die Türen der Kirchen bleiben am Ostersonntag für Gottesdienste verschlossen. Wer schließt uns die Türen auf, damit wir Ostern feiern können?

Muss Ostern dieses Jahr ausfallen? Die Türen bleiben zu, der Stein bleibt vor dem Grab? Auferstehung gibt es dieses Jahr nicht? Dafür Quarantäne – Jesus darf das Grab nicht verlassen?

Plötzlich ist der Stein vom Grab weggewälzt. Die Frauen sehen in das leere Grab und sind traurig. Unsere Kirchen werden in diesem Jahr zum ersten Mal leer sein. Wir sind traurig.
Entsetzt euch nicht! Er ist auferstanden, er ist nicht hier! Jesus ist nicht im Grab, er ist nicht in unseren leeren Kirchen.
Wo ist er dann? Vielleicht da, wo wir uns in diesem Jahr Zeit nehmen, genau dies zu fragen.

Wo ist Jesus an diesem Osterfest in Zeiten von Corona?

Er ist nicht im leeren Grab und wartet nicht in der leeren Kirche. Er liegt in der Eishalle  zwischen denen, die auf eine würdevolle Bestattung warten. Er sitzt an unseren Tischen.
Er spielt Posaune auf dem Balkon, jeden Abend. Er sitzt im Supermarkt an der Kasse. Er kämpft im Krankenhaus ums Überleben. Er ist einer von uns und kämpft darum, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Er ist unsere Hoffnung, gerade jetzt. Und er braucht uns, um von dieser Hoffnung zu erzählen.

Leeres Grab und leere Kirchen – Was sollen wir da erzählen?

Hätten die Frauen damals einfach nur in das leere Grab hineingestarrt und auf immer geschwiegen, würden wir heute nicht über Ostern und leere Kirchen nachdenken. Es gäbe wohl gar kein Christentum. Die Frauen haben ihren Blick gewendet, sich umgedreht, weg von der Dunkelheit und ins helle Licht geschaut. Sie sind losgegangen und haben erzählt, was sie erlebt haben. Das Erzählen hat sich fortgesetzt bis heute.

Was können wir heute erzählen?

Erzählen Sie einfach, wann Sie nach dunklen Erfahrungen wieder lichte Momente erlebt haben. Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen unerwarteter Hoffnung. Erzählen Sie, wo Sie etwas verloren oder losgelassen haben und was an dieser Stelle Neues entstanden ist. Erzählen Sie von ihren Erfahrungen, von der Auferstehung mitten im Leben!

Jetzt ist Ostern.
Erzählen wir die Geschichte von der Auferstehung weiter und Jesus wird dort sein, wo wir von ihm erzählen – auch am Telefon oder auf 1,5 m Abstand. Vielleicht erleben Sie ja an diesem Osterfest Ihre ganz persönliche Auferstehungsgeschichte, die Ihnen neue Hoffnung schenkt, ihr Leben in ein neues Licht stellt. An diesem Osterfest werden die Geschichten erlebt, die wir beim nächsten erzählen werden. 
Ihre Pfarrerinnen Antje Hinze und Bettina Reinköster

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