Seid barmherzig ...

Herrnhuter Stern
Foto Lotz

So geht es manchem Herzen. Es lässt sich nur noch schwer öffnen. Und das hat Gründe: Aus Barmherzigkeit müsste ich Bedürftigen spenden – aber unterstütze ich da nicht das ungerechte System? Müsste man nicht an den Ursachen etwas ändern? Und kommt meine Hilfe überhaupt an? Und wieso eigentlich ich? Mir wurde auch nichts geschenkt ...
Und so rostet das Herz ein.
Was kann ich dagegen tun?

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“

Wie eine Mutter sich ihrer Kinder erbarmt, ein Vater seinem Sohn nicht einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, so ist Gott zu uns. Ja und was macht Gott, unser Vater, in dieser Pandemie? Werde ich gefragt.
Er leidet mit uns, wie Eltern an ihren Kindern, ein Leben lang. Sie waren ihr Herzenswunsch, jetzt sind sie groß und die Eltern können nur zusehen und sollten sich vor Einmischung hüten. Die Kinder gehen ihre eigenen Wege und tragen die Konsequenzen ihrer Entscheidungen. Es fällt den Eltern schwer, die Irrwege zu sehen, aber sie erbarmen sich regelmäßig, stehen ihnen zur Seite mit Rat und Tat.

Wenn ich was falsch gemacht habe, kann ich heilfroh sein, wenn andere dann barmherzig zu mir sind. Ich bin darauf angewiesen. Ich erlebe Barmherzigkeit. Und mit dieser Erfahrung fällt es mir leichter, auch anderen gegenüber barmherzig zu sein.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“

Wir leben in einer unbarmherzigen Welt. Umso mehr kommt es auf meine Barmherzigkeit an. In diesem Sinne: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Und die Liebe Gottes, die größer und barmherziger ist als all unser Denken und Tun bewahre unsere Herzen und Sinne heute und an allen Tagen.

Fürbittengebet

Barmherziger Gott,
das Virus hat unser Leben verändert.
Was zuvor vertraut war,
mussten wir aufgeben.
Wir sind in Sorge um uns und unsere Lieben.
Wir hören täglich von Infizierten und Toten.
Wir haben uns nicht daran gewöhnt.
Wir sind erschöpft.
Sei du bei uns, barmherziger Gott.

Nimm in dein Herz die Trauer um die Kranken und Toten.
Nimm in dein Herz die Schmerzen.
Höre unser Klagen.

Wir sind dankbar für die Berührungen,
die möglich sind.
Wir sind dankbar für die Hilfe,
die wir erfahren.
Wir sind dankbar für die Arbeit der Forschenden und Pflegenden.
Wir sind dankbar für die Telefon und Internet.

Wir bitten dich:
sei du bei uns alle Tage,
Sei Licht in finsteren Zeiten.

Segne deine Welt
durch Jesus Christus,
derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
Amen

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Antje Hinze

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